Grenderich sollte eine Musterkirche bekommen

(nach der Festschrift „Grenderich – 750 Jahre“)

Im Jahre 1858 erhielt der Kölner Architekt Vinzenz Statz (1819 – 1898) vom damaligen Pfarrer von Grenderich, Steinlein, den Auftrag, einen Plan für eine neue Kirche zu entwerfen. Sie sollte an Stelle der baufällig gewordenen alten Kirche im Ort errichtet werden.
Statz arbeitete bis 1854 als zweiter Domwerkmeister in der Kölner Dombauhütte, dann als privater Architekt. Er war tätig als Diözesanenbaumeister in Köln und Dombaumeister in Linz/Donau, wo er den Plan für den größten neugotischen Dom der Welt vorlegte. Dieser wurde erst 1922 fertig gestellt.
Im Kreis Cochem-Zell baute er noch die Kirchen in Müllenbach (1853), Binningen (1855), Landkern (1862) und Tellig (1862 – 65).

Sein Entwurf für die Grendericher Kirche, eine einschiffige Backsteinkirche mit Hausteinverzierungen, war der Regierung in Koblenz zu kostspielig, obwohl der Plan ein „Musterentwurf für eine preiswerte Dorfkirche“ sein sollte. Er ging wieder an Statz zurück, mit dem Auftrag zur Vereinfachung. Statz ist darauf nicht eingegangen und veröffentlichte seinen Plan für Grenderich auf sieben Tafeln in seinem Musterbuch „Kirchliche Bauwerke“ (1958), das für den Kirchenbau im Rheinland stilbildend wirkte.

Seitenansicht

Innenansicht von Turm- und Altarraum

Frontalansicht des Kirchturms

Interessant ist, dass der Turm ganz aus Stein gebaut werden sollte, wie bei einem mittelalterlichen Dom.

 

Die neue Grendericher Kirche wurde dann nach Plänen des Cochemer Kreisbaumeisters Schmitt durch die Baufirma Gebrüder Keim aus Simmern 1870 – 72 errichtet.

 

 

 

 

W.M.